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Theater

Die Theaterkompagnie Stuttgart zu Besuch in Lippstadt

Am 23. und 24. Februar 2026 war die Theaterkompagnie Stuttgart zu Besuch in Lippstadt. Während am 23. ein Workshop zum Stück sowie zum Schauspiel an der Gesamtschule Lippstadt durchgeführt wurde, den sowohl der Regisseur Christian Schlösser also auch die beiden Schauspieler Bernd Köhler (Veit) und Semjon E. Dolmetsch (Adam) leiteten, besuchte die Q1 am 24.02. die Vorstellung der Theaterkompagnie Stuttgart im Stadttheater Lippstadt.

Ein Teil der Schüler aus der Gesamtschule in Lippstadt und aus der Schule Overhagen in Lippstadt nahmen am Montag, den 23. Februar, an einem Workshop zu dem Drama „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist teil. Zuerst begannen wir mit einem Stuhlkreis, dem der Regisseur Christian Schlösser beiwohnte und der mit uns ein nettes Gespräch über die Hintergründe des Werkes und seine Intentionen für seine Interpretation von dem „zerbrochnen Krug“ führte. Anschließend wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, um an einem auf das Stück bezogenen Workshop teilzunehmen. Dazu waren der Schauspieler von Adam, der von Semjon E. Dolmetsch gespielt wurde, und der Schauspieler von Veit, der von Bernd Köhler gespielt wurde, zu Besuch.

Der Workshop, geführt von Bernd Köhler, startete mit Luftballons, mit denen wir ein Aufwärmspiel spielten, um uns bewusst zu werden, was wir mit unserem Körper machen können und was man im Zusammenspiel mit anderen beachten muss. Somit zeigte uns das, wie wichtig eine gute Gruppendynamik unter Schauspielern sein muss, damit alles reibungslos funktioniert. Weitere Übungen machten uns bewusst, wie wichtig es als Schauspieler ist, in der Rolle zu bleiben und sich nicht durch Fehler ablenken zu lassen. Anschließend zeigte uns Bernd Köhler mit Hilfe einer Theater-Maske, wie wichtig es ist, auf seinen Körper zu achten und wie man durch ihn viele unterschiedliche Rollen verkörpern kann.

Zusammengefasst zeigte uns der Workshop, dass vor allem hinter unscheinbaren Rollen viel Mühe und Konzentration steckt und die Gruppendynamik ebenfalls eine große Rolle spielt, da man als Schauspieler immer auf den anderen eingehen muss. Bernd Köhler brachte diese Erkenntnisse spielerisch und lehrreich rüber, sodass man ein besseres Bild von der Arbeit der Schauspieler bekommen hat.

Der Theaterworkshop I: Carla Büker, Kyana Ebert, Zoe Holle, Thamara Kashti

Der parallel verlaufende Workshop wurde von Semjon E. Dolmetsch angeleitet, der in der Aufführung den Dorfrichter Adam verkörpert. Nach einer kurzen Rückmeldung zu der vorigen Einführung durch den Regisseur begann die Veranstaltung mit einer Aufwärmübung. In dieser sollte die Gruppe vorerst im Schritttempo durcheinanderlaufen. Anfangs bestand in der Gruppe die Tendenz, geordnet im Kreis zu laufen oder dem Vordermann hinterherzulaufen, bevor es nach zwei weiteren Anläufen wie geplant ziemlich chaotisch ablief, und man auch mal zusammengestoßen ist. Erweiternd gab es dann drei Geschwindigkeitsabstufungen. So sollten wir mal gehen, dann eilen und zuletzt auch laufen. Das Vermeiden von Zusammenstößen wurde mit der erhöhten Geschwindigkeit immer kniffliger. Schließlich sollten wir zwischendurch stehen bleiben, uns ein Ziel suchen, und uns dort geradlinig mit der erforderten Schnelligkeit hinbewegen. Dieser Vorgang sollte dann mehrmals wiederholt werden, bevor wir diese erste Übung abgeschlossen haben, die dynamisch gewirkt hat und aktiv individuelle Vorgangsweisen gefördert hat. Dann folgte eine Gruppenübung zur Verdeutlichung von Ausgrenzung und Machtmissbrauch. So wurde eine Person zufällig ausgewählt sich der gesamten restlichen Gruppe alleine gegenüberzustellen. In dieser Dynamik wurde dann einiges geändert, die Gruppe hat sich so beispielsweise umgedreht oder ist auf die Person vorne zugegangen. Die Einzelperson sollte dann beschreiben, welches Gefühl ihr diese Konstellation gegeben hat. In dem ersten Fall war dies ein Gefühl von Unsicherheit, Einsamkeit und Ausgrenzung. Bei der Annäherung der Gruppe hat sich dieses Gefühl in Hoffnung gewandelt. Die Gruppe selbst dagegen beschrieb ein Gefühl von Geborgenheit und Zusammengehörigkeit.
Der letzte Teil sollte auf das Ende des Theaterstücks hinweisen. Somit sollten wir in Gruppen Standbilder erstellen und fotografieren, die eine Situation von Ausgrenzung oder Machtmissbrauch darstellen sollten. Anschließend sollten wir zu diesen Bildern Idealbilder ausarbeiten. Wie sähe die Situation also aus, gäbe es keine Ausgrenzung oder keinen Missbrauch von Macht? Ein Klatschen fungierte als Signal für uns, die Position in das andere Standbild zu wechseln. Als Abschluss des Workshops haben diese Standbilder uns einen Aspekt der Theaterwelt nähergebracht. Wie könnte eine Situation anders ausgehen und wie kann man unterschiedliche Endsituationen darstellen?
Der Workshop ist so nicht nur auf das Theater und Schauspiel an sich eingegangen, sondern hat uns auch nähergebracht, dass Ausgrenzung immer noch Teil unseres Alltags ist und Machtmissbrauch auch heute leider keine Seltenheit ist.

Der Theaterworkshop II: Anna Luerweg, Nala Romstadt

Am 24. Februar 2026 besuchte unsere Q1-Klasse die Theaterstück-Interpretation von „Der zerbrochne Krug“ der Theaterkompanie Stuttgart unter der Regie von Christian Schlösser.
Die Theaterkulisse, die eine Baustelle aus den 80er-Jahren darstellte, sorgte zunächst für Verwirrung. Sie unterstrich jedoch auf eindrucksvolle Weise die wackligen und ausbaufähigen Beziehungen der Dorfbewohner. Besonders beeindruckend war die Darstellung des Gerichtsrats Walter durch Lorena Jurič-Blažević. Obwohl Walter im Originaldrama ein Mann ist, verlieh sie seiner Figur dennoch eine besondere Tiefe, wodurch seine Persönlichkeit sowie seine Motive für uns viel klarer und verständlicher wurden. Ebenso überraschte uns das Auftreten von Eve, denn wir hatten sie zuvor nicht als rebellische Teenagerin erwartet. Darüber hinaus sorgte auch der Schreiber Licht, gespielt von David Kiefer, mit seinen kleinen Bemerkungen und wiederholten Wendungen dafür, dass wir immer wieder in verschiedene humorvolle Momente hineingezogen wurden, die die Stimmung bereicherten.
Schließlich begeisterten uns die beiden unterschiedlichen Enden des Stücks, denn sie verdeutlichten zum einen die weitreichenden Folgen einer einzigen Entscheidung und regten uns zum anderen zum Nachdenken über die Macht von Entscheidungen an, die das Schicksal der Figuren nachhaltig prägten.

Das Theaterstück: Anna Brinkhoff, Jasmin Hirsch, Lena Holle, Sophia Klevorn